Historie

Die Historie des Kirchenchores der Ev. Kirche

In den spärlich erhaltenen alten Aufzeichnungen aus alter Zeit wird von einer »Sängertribüne« berichtet, zu der eine Treppe an der westlichen Außenwand der Kirche führt. Eine solche Tribüne lässt natürlich den Schluss zu, dass es schon bald nach dem Bau der Kirche (1614) größere Gruppen von Menschen gab, die sich dem Gesang zum Lob Gottes verschrieben hatten. 

Erst 1888 berichtet Pfarrverwalter Georg Wehsarg, dass er sich eifrig der Pflege des Kirchengesangs annimmt, aber aus Rücksicht auf die drei weltlichen Gesangvereine (Germania, Sängerlust, Liederkranz) auf die Gründung eines eigenen »Kirchengesangvereines« verzichtet. Um mit mehrstimmigen Chören den Weihnachtsgottesdienst feierlich zu gestalten, greift er auf diese Vereine zurück und versucht, sie »möglichst gleichmäßig zu verwenden«, um keinen zu bevorzugen. Dazu ein Originalzitat: Die »Einübung der Alt- und Sopranstimmen machte durch die Ungezogenheit und Treulosigkeit mehrerer Jungen viel Ärger und Not«. 

In den folgenden Jahren durchläuft die Entwicklung des »Kirchengesangvereins « regelmäßig Höhen und Tiefen. Beschränken wir uns deshalb auf die punktuelle Betrachtung besonderer Ereignisse. 

1892 ist erstmals von »unser Kirchenchor « die Rede, als er am Jahresfest des Gustav-Adolf-Vereins bei Festreden und Festpredigten im Garten der Pons’schen Wirtschaft (am Bahnhof) mitwirkt. Schulverwalter Keil wird als musikalisch hochbegabter eifriger Dirigent gelobt. 

1897 wird mit dem befreundeten Kirchenchor aus Arheilgen ein Konzert am 3. Advent gegeben, die Nachfeier dazu findet im Keim’schen Saale statt. 

1898 treffen sich zu einem großen Waldfest bei Schloss Philippseich die vereinigten Kirchengesangsvereine aus Arheilgen, Offenthal, Götzenhain, Sprendlingen, Langen und Egelsbach. 

1912 schreibt Pfarrer Hartmann vom Chor als »einzigem kirchlichen Verein«. Dieser sei gut durch das zweite Jahr gekommen mit 116 Mitgliedern, davon 66 aktive Sängerinnen und Sänger (22 Sopran, 15 Alt, 14 Tenor, 15 Bass). Als wichtiger Fakt sei vermerkt, dass der Chor sich am 29. August eine Satzung gab. Der Monatsbeitrag betrug 10 Pfennig. Die Vorstandsmitglieder sollen hier einmal aufgeführt werden, weil viele Familiennamen noch heute von älteren Egelsbachern in enge Verbindung mit der Kirche gebracht werden: Vorsitzende Pfarrer Hartmann und Dirigent Lehrer Metzger, weiterhin Forstwart Reiß, Kirchendiener Maurer Gernandt, Schreinermeister Schroth (Tenor), Landwirt Georg Daniel Schroth (Bass), Fräulein Margarethe Zängerle (Sopran), Fräulein Marie Welz (Alt). Der Vorsitzende spricht dem Chor in einer Ansprache eine doppelte Aufgabe zu: »Pflege des geistlichen Liedes und Sammelpunkt christlich empfindender Gemeindeglieder«. 

Krieg und die politischen Wirren danach lassen lange Zeit keinen Chorbetrieb zu. 1921 vermerkt der Chronist: »ein Wiederentstehen des Kirchengesangvereins wird aussichtslos erklärt, da sangeskundige Männer alle schon verschiedenen Gesangvereinen angehören und diese sind aufeinander eifersüchtig«. 

Im September 1933 wird in einem weiteren Versuch ein Chor gegründet, dem recht gute Fortschritte bescheinigt werden, der aber wie gehabt unter Männermangel leidet, weil diese »durch SA- und Parteiveranstaltungen verhindert seien«. Geübt wird bei »de Mamme« im Saal vom »Hessischen Hof« (Feurer / Hensel). Klagen werden laut zu Leistung und Disziplin des Chores. Dem Dirigenten, einem Lehrer in Egelsbach, wird nachgesagt, »der klingende Ton des Dirigentengehaltes sei ihm wichtiger als der gesungene Ton des Liedes. In den Übungsstunden ist viel Allodrie, es wird mehr pausiert als geübt«. Durch die Zeitläufe bedingt wurde der Chor im Juni 1937 aufgelöst. 

Im Weihnachtsgottesdienst 1945 war erstmals wieder ein Chor zu hören. Von dessen ca. 20 Gründungsmitgliedern seien stellvertretend Frau Elisabeth Becker und Frau Lore Lucas genannt, die leider vor kurzem verstorben sind, aber bis zum Schluss dabei waren. Mit Georg Valentin Breidert konnte 1945 ein Dirigent mit großer Erfahrung für die Leitung des Chores gewonnen werden. Geübt wurde im Pfarrhaus im heutigen Amtszimmer, damals Konfirmandenraum. 

Georg Valentin Breidert führte den Chor mit Konstanz zu respektablen Leistungen, bis er nach 26 Jahren am Reformationstag 1971 den Dirigentenstab aus der Hand legte. Nachfolger wurde der damalige Darmstädter TH-Student Hans Krämer, der schon 1976 aus beruflichen Gründen sein Amt wieder abgeben musste. 

Pfarrer Giebner schreibt dazu in der Chronik: Nach anfänglicher Irritation trat aus den Reihen des Bass ein Mann nach vorne und meinte etwas schüchtern, dass er sich das Dirigentenamt zutraue, die notwendige Ausbildung würde er gerne auf sich nehmen. Das war eine glückliche Fügung, denn dieser schüchterne Mann war Walter Haas, der den Chor daraufhin rekordverdächtige 37 Jahre bis 2012 leitete. Carola Röder folgte am Dirigentenpult bis 2024 und wurde von der jetzigen Dirigentin Annette Bonn abgelöst. Die Koordination liegt in den Händen von Nicole Kurpiela, die zur gleichen Zeit Edeltraud Rüster ablöste.

Vieles hat sich im Laufe der Zeit verändert. Es gibt einen sehr gut geeigneten Probenraum im Gemeindehaus, die Beschaffung der Notensätze ist viel leichter und Begleitinstrumente erleichtern das Üben. Vieles blieb aber unverändert. Geprobt wird immer noch wie zu Olims Zeiten montags von 20 – 22 Uhr, immer noch fehlen Männerstimmen und immer noch ist die Pflege der Gemeinschaft mit Feiern, Festen und Ausflügen ein ganz wichtiger Aspekt im Vereinsleben des Chores.

 

Georg Valentin Breidert, Dirigent von 1945 bis 1971

 

(ohne Bild) 

Hans Krämer, Dirigent von 1971 bis 1976

 

Walter Haas, Dirigent von 1976 bis 2012

 

Carola Röder, Dirigentin von 2021 bis 2024

 

Annette Bonn, Dirigentin von 2024 bis a.w.

 

Chorprobe...

©Kirchenchor Egelsbach. Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.